RepairCafé am 1. März 2018 in der Dürerstr.

Heute waren wir bereits zeitig im Vereinshaus und hatten schon vor dem regulären Beginn um 17 Uhr aufgebaut. Entsprechend früh erschienen dann auch die ersten Gäste.

An einem Acer Notebook mit Windows 10 war keine Verbindung mit dem Internet möglich. Überhaupt war der Rechner ausgesprochen langsam. Wie sich herausstellte, war das vorinstallierte Virenprogramm an diesem Verhalten Schuld - es blockte offenbar sämtliche Verbindungen und bremste das Betriebssystem enorm aus, weshalb wir es kurzerhand herunterschmissen und stattdessen die Testversion eines anderen Virenscanners installierten. Mit diesem lief dann auch alles deutlich reibungsloser. Der Besitzer wird es nun die nächsten Wochen weiter testen und beim kommenden Mal wiederkommen, sodass wir ihm eine feste Programmlizenz aufspielen können.

Ein weiterer Gast stellte uns die Aktivbox aus seinem Auto vor, die seiner Aussage zufolge immer mal wieder Aussetzer haben soll. Wir untersuchten deren Verstärkerelektronik und die internen Verbindungen, konnten allerdings keine offensichtlichen Fehler wie lockere Kontakte oder kalte Lötstellen entdecken. Nach dem Auseinandernehmen und wieder Zusammenbauen traten jedenfalls keine Probleme auf.

Mit einem DVD-Player von LG kam ein anderer Besucher. Nachdem wir das Gerät mit ihm zusammen geöffnet und näher untersucht hatten, war klar, warum es nichts mehr tat. Im Spannungsversorgungsteil waren - vermutlich infolge einer Überspannung - einige Leiterzüge verdampft. Ein großer Rußfleck ließ erahnen, dass die Platine wahrscheinlich größeren Schaden davongetragen hat und nicht ohne Weiteres repariert werden kann. Wir empfahlen dem Gast daher, sich für eine Ersatzbaugruppe zunächst direkt an den Service des Herstellers zu wenden, bevor er sich im Internet nach einem kaputten Altgerät mit passendem Ersatzteil umsieht.

Ein Technics Audioreceiver aus den 90ern wurde offenbar von verschiedenen Alterserscheinungen geplagt, die auf Kontaktprobleme hindeuteten. So reagiert der Drehschalter für die Quellenauswahl nur noch sporadisch. Hier sorgte eine Zerlegung und gründliche Reinigung bereits für Abhilfe. Auch trat beim Umschalten zwischen verschiedenen Quellen öfter ein störendes Knackgeräusch im Lautsprecher auf. In jenem Fall verdächtigen wir ein gealtertes Relais, das für die saubere Zuschaltung des Ausgangs verantwortlich ist. Der Besitzer will bis zum nächsten Termin ein geeignetes Ersatzteil besorgen und das Relais dann austauschen. Einem dritten Problem konnten wir leider nicht weiter nachgehen, da es nur gelegentlich auftritt und sich somit schwer nachvollziehen lässt: lediglich beim ersten Einschalten zeigte der Receiver - auch ohne angeschlossene Lautsprecherboxen - die Fehlermeldung „Overload“ im Display an und tat anschließend gar nichts mehr. Im weiteren Verlauf des Abends konnte dieses Fehlerbild allerdings nicht reproduziert werden. Wir recherchieren noch einmal im Internet und sind beim nächsten Mal, wenn der Gast wiederkommt, hoffentlich schlauer.

Dass es in manchen Fällen bereits genügt, ein kaputtes Gerät zu zerlegen und wieder zusammenzubauen, um es wieder in Gang zu bringen, bewies uns das Miniradio einer anderen Besucherin. Hier waren keine offensichtlichen Defekte oder Wackelkontakte zu erkennen. Nach dem Zusammenbau dudelte es jedenfalls wieder.

Einer Auerswald Telefonanlage konnte ebenso wieder auf die Sprünge geholfen werden. Bei dieser tat sich nach dem Einschalten zunächst gar nichts. Mit unserem ESR-Tester prüften wir diverse Elektrolytkondensatoren auf der Platine und fanden schließlich einen SMD-Elko mit verdächtig hohem Widerstandswert im Netzteilbereich der Schaltung. Dieser wurde ausgelötet und gegen einen neuen Kondensator getauscht, wonach sich die Baugruppe dann auch wieder einschalten ließ. Ob es damit getan ist, wird sich jedoch erst zeigen, wenn der Besitzer die Anlage am heimischen Telefonanschluss ausgiebig testet.

Im Falle eines „Emide“ Wasserkochers, der gänzlich kalt blieb, konnten wir mit einer Durchgangsprüfung nur den Defekt des Heizelementes diagnostizieren. Ohne passendes Ersatzteil ist dies leider ein irreparabler Schaden und der Kocher somit Schrott. Seine Besitzerin hatte ebenfalls noch ein Nachtlicht dabei, das nicht mehr leuchtete. Grund hierfür war, wie sich herausstellte, eine kaputte Soffittenlampe. Wir schauten im Internet nach geeignetem Ersatz, doch anstelle einer neuen Lampe will sie sich nun lieber gleich ein neues Nachtlicht zulegen.

Mit einem Sternradio „Prominent de Luxe 210“ erschien ein anderer junger Gast. An diesem Gerät war der Einschalter überdreht und somit nicht mehr bedienbar. Der Einfachheit halber wurde der Schaltkontakt überbrückt, sodass das Radio nun wieder für musikalische Unterhaltung sorgen kann; Um die schwergängige Senderregelung, die wir ebenfalls feststellten, will sich der Gast zu Hause selbst kümmern. Hier ist lediglich der Seilzugantrieb und die Mechanik zu reinigen, mit der der Drehkondensator bewegt wird. Sie ist mit der Zeit stark verdreckt und Ursache der zu hohen Reibung.

An einer Panasonic HiFi-Kompaktanlage lag ein Problem mit dem CD-Laufwerk vor. Anders als zunächst vermutet, betraf es diesmal nicht die Laseroptik, sondern die Mechanik der CD-Lade, die nicht mehr vollständig einfuhr und bereits nach kurzem Fahrweg hängenblieb. Neu gefettet, bewegte sich der Schubladenantrieb schon deutlich leichtgängiger. Allerdings blieb die Lade auch jetzt noch ab und zu hängen. Wahrscheinlich ist die Kunststoff-Zahnmechanik bei diesem Antrieb einfach so weit verschlissen, dass eine neue nötig wäre, um das Problem zu beheben.

Eine Frau kam mit ihrem „Studio HL-2010“ Heizlüfter vorbei, der nicht mehr heizte. Bei der gemeinsamen Fehlersuche fanden wir eine defekte Thermosicherung, die für den Ausfall verantwortlich war. Da in unserer Bastelkiste allerdings keine Ersatzsicherung mit vergleichbarem Temperaturwert vorhanden war, beschafft die Besitzerin nun eine neue, die wir beim nächsten Termin einbauen werden.

Zum Abschluss des Abends kümmerten wir uns noch um drei weitere Geräte, mit denen ein Ehepaar zu uns gekommen war. Ihre Dynamo-Taschenlampe, die normalerweise durch Drehen am Kurbelgriff aufgeladen werden kann, leuchtete nicht mehr. Der eingebaute Speicherakku hatte anscheinend das Ende seiner Lebenszeit erreicht und muss nun gegen einen neuen getauscht werden. Als Ersatz für die alten Zellen, die wir auslöteten, wird nun ein passender Akku beschafft und beim kommenden Mal eingebaut.

Beim zweiten Gerät, einem Siemens Langschlitz-Toaster, zeigte sich der bei Toastern häufige Fehlerfall, dass die Auswurfmechanik im Betrieb nicht untenhält. Nach dem Zerlegen prüften wir zunächst die Funktion des Elektromagneten, der die Mechanik während des Toastvorgangs verriegelt. Eine Widerstandsmessung an der Magnetspule verriet uns, dass diese in Ordnung war. Auch in der übrigen Mechanik konnten wir keinen Fehler finden, sodass wir das Gerät wieder zusammenschraubten. Hinterher funktionierte der Toaster dann plötzlich wieder problemlos.

Wenig tun konnten wir dagegen im Falle ihres Silvercrest Eierkochers, dessen Zeitsteuerung für die akustische Signalisierung kaputt zu sein schien. Für gewöhnlich kündigt ein interner Summer das Ablaufen der voreingestellten Kochzeit an. Hier jedoch piepte nichts mehr. Da es offenbar nicht am Signalgeber selbst lag, schien uns ein Defekt des Timer-Schaltkreises als sehr wahrscheinlich. Ohne Markierung waren wir allerdings nicht in der Lage, das Bauteil genauer zu identifizieren, geschweige denn zu ersetzen. Mit einer separaten Eieruhr wäre der Kocher theoretisch noch zu betreiben. Die Besitzer entschieden sich indessen, das Gerät zu entsorgen.

Durch unseren Einsatz beim heutigen RepairCafé konnten wir immerhin 17.5 kg Elektroschrott vermeiden.

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  • Zuletzt geändert: 2018/04/15 17:50
  • von erik