RepairCafé am 10. August 2017 in Freital

Gleich zu Beginn kamen die ersten Gäste und wir hatten wieder gut zu tun.

Ein Handstaubsauger machte „keinen Mucks“ mehr, der Besitzer hatte ihn nach einiger Liegezeit versucht wieder in Betrieb zu nehmen und aufgeladen. Wir öffneten das Gerät und kontrollierten die Akkus. Diese hatten keine Spannung mehr, sodass wir vermuteten, sie seien kaputt. Ein manuelles Aufladen mit einem Netzteil (nur zu Testzwecken!) zeigte aber, dass die Zellen doch wieder Ladung aufnahmen. bei weiteren Untersuchungen stellte es sich heraus, dass die Ladeelektronik defekt war. Da war leider nichts zu machen.

Ein Elektrotacker hatte vor seinem Totalausfall ein eigenartiges Eigenleben entwickelt, er schoss statt einer Klammer immer mehrere, wie bei einer Maschinenpistole. Nun aber funktionierte er gar nicht mehr. Nach dem Öffnen des Geräts untersuchten wir den Stecker und die Zuleitung, aber da war alles OK. Als wir das Gerät weiter zerlegten, entdeckten wir einen weggebrannten Leiterzug auf der Steuerplatine. Offenbar hatte sich durch die ständigen Erschütterungen die Lötstelle an dem Klemmblock für die Netzspannung gelöst und der Wackelkontakt hat zur Elektroerosion der Leiterbahn geführt. Wir stellten die Verbindung durch eine Drahtschlaufe und viel Lötzinn wieder her. Das Zusammenbauen war etwas schwierig, weil mehrere Details und Schalterstellungen zu beachten waren. Nach dem 2. Versuch stimmte dann alles. Nun hämmert das Teil die Klammern wieder wie früher ins Material.

Ein kleiner Party-Kühlschrank (25l) wollte das ihm anvertraute Kühlgut nicht mehr frisch halten. Wir zerlegten das Gerät und suchten, von der Stromzuführung beginnend, nach dem Fehler. Wir fanden eine kalte Lötstelle auf der Steuerplatine. Nachdem die neu verlötet worden war, zeigte sich der Kleine wieder ganz „cool“.

Der Besitzerin der DDR-Nähmaschine vom vorletzten Mal konnten wir mit einem beschafften Ersatzteil helfen, sie wird es zu Hause ausprobieren.

Eine HiFi-Anlage wollte keine Kassetten mehr abspielen. Der Besitzer hatte den Fehler schon gefunden, die Antriebsriemen hatten sich in eine klebrige Masse verwandelt und um das Antriebsrad des Motors gewickelt. Neue Riemen wurden auch schon mitgebracht, nun ging es ans Auswechseln. Die Anlage musste komplett zerlegt werden. Dann bauten wir beide Kassettenlaufwerke auseinander. (Natürlich nacheinander, um bei dem anderen immer nochmal etwas abschauen zu können!) Das Zusammenbauen mit den neuen Riemen war besonders knifflig. Nachdem alles wieder zusammengebaut war, spielen die Laufwerke wieder.
Weiterhin war die Fluoreszenzanzeige der Anlage beim Einschalten immer sehr dunkel und leuchtete erst nach und nach heller. Im Internet fanden sich Reparatur-Tipps (allerdings für andere Typen) und glücklicherweise ein Schaltplan. Damit konnten wir einen defekten Elektrolytkondensator in der Spannungsversorgung des Displays ermitteln. Nachdem der gewechselt (und das Display inkl. Scheibe gereinigt) wurde, leuchtet es wieder schön hell.

Eine Besucherin brachte eine Ledertasche mit, bei der eine Naht aufgegangen war. Sie hatte Nähzeug mit und reparierte die Tasche völlig selbständig.

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