RepairCafé am 19. Juli 2018 in der Bürgerstraße

Das neue RepairCafé im Stadtteilzentrum „Emmers“ in Pieschen spricht sich langsam herum. Sage und schreibe zehn Gäste fanden heute den Weg zu uns, mit verworrenen Tonbandgeräten und wirren Druckern. Gemeinsam hatten wir deshalb nicht nur an den defekten Geräten zu knabbern, sondern auch an den mitgebrachten Aprikosen und Kuchenstückchen unserer Gäste.

Ein Samsung Tablet gab keinen Mucks von sich; schnell war der tiefentladene Akku als Ursache gefunden. Mit niedriger Stromstärke konnten wir diesen wieder etwas laden, sodass zumindest die Akkuladeanzeige zu sehen war. Daheim soll der Patient voll aufgeladen werden, um zu schauen, ob das Tablet seine ganze Bandbreite an Funktionen wieder erfüllt.

Ein Sammelsurium an defekten Netzteilen, Kopfhörern und USB-Kabeln hatte eine andere Besucherin im Gepäck. Bei einem Netzteil konnten wir nur noch einen „Burn-Out“ feststellen: großflächige schwarze Rußstellen von einem Brand auf der Leiterplatte ließen leider nur noch die Entsorgung des Netzteils zu. Mehrere Lötversuche an Kopfhörerkabeln schlugen fehl, bis sich schließlich doch noch ein Erfolg einstellte und wir einen Wackelkontakt am Lautstärkeregler eines Kopfhörers beheben konnten.

Der Wechselschalter an einem alten Stereorekorder war verschmutzt und gab keinen Kontakt mehr. Das Radio verweigerte seinen Dienst und wollte den lieben langen Tag nur noch Kassetten abspielen. Dies gefiel unserem Gast überhaupt nicht und wir reinigten zusammen den Schalter, damit das Radio nun endlich wieder dudelt.

Der jüngste Gast des Tages kam mit seinem Playmobil-Motor, der in einem kleinen Auto verbaut war. Wir stellten einen Kabelbruch fest, löteten die Stellen zusammen, ließen den stolzen Motorbesitzer den Schrumpfschlauch selbst festschrumpfen und fertig. Ein Kinderherz schlägt nun höher.

„Papierstau“ meldete der Drucker einer bekümmerten Dame. Wir schraubten den Drucker auseinander und stellten fest: stimmt! Verstautes Papier hinaus, neues Papier an der - wohlbemerkt - richtigen Stelle hinein, und die Tintengeister erwachen zu neuem Leben.

Bei einem Smartphone lief der Vibrationsmotor noch unrunder als er sollte. Er hatte sich aus seiner Verankerung gelöst und schlug nun mit vollem Körpereinsatz gegen die Innenwand des Gehäuses. Mit etwas Klebstoff verbannten wir den Motor auf seine angestammte Position. Nun läuft er unrund wie eh und je.

Des Weiteren beehrte uns noch ein Laptop, der etwas an Performance zulegen sollte, ein Tonbandgerät von RFT, dessen Antriebsriemen abgesprungen war, eine Modelleisenbahnweiche von Piko, die nur falsch zusammengebaut war sowie ein Wasserkocher, der aufgrund seiner defekten Heizspirale leider im Müll landen musste.

Heute konnten wir ca. 11 kg Müll vermeiden.

- Stefan

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  • Zuletzt geändert: 2018/08/26 10:54
  • von thomas