RepairCafé am 24. Januar 2019 in der Rosenbergstr.

Dank der guten Werbung im Vorfeld gab es heute wieder ordentlich zu tun. Zahlreiche Besucher mit insgesamt 18 Gegenständen konnten wir diesmal verzeichnen, was für die Räumlichkeiten im 'Sofa9' schon eine echte Herausforderung darstellt.

Den Anfang machte ein „Zauberstab Typ M100“ der ESGE GmbH. Der Aufsatz dieses Pürierstabes wurde bereits nach kurzer Betriebszeit heiß, fing an zu quietschen und blockierte schließlich den Motor. Es gelang uns, das Gerät zu zerlegen, gründlich zu reinigen und die beweglichen Teile und Lagerstellen neu zu ölen. Hiernach funktionierte wieder alles, wie es sollte.

Die Dame, deren zwei Kindertelefone wir letzte Woche im EMMERS neu verkabelt hatten, kam diesmal zum Auswechseln der Batterien vorbei, nachdem sie die benötigten 4.5 Volt-Flachbatterien besorgt hatte. Diese waren recht fix eingesetzt und auch die Kontakte wurden noch einmal gründlich mit dem Glasfaserpinsel von der Oxidschicht gereinigt.

Ein „TT-838“ Retro-Plattenspieler von Ideenshop brachte nach längerer 'Auszeit' keinen Ton mehr heraus. Obwohl das Radio, der Plattenspieler oder eine CD lief, kam kein Audiosignal aus den Lautsprechern oder einem angeschlossenen Kopfhörer - bzw. war es äußerst leise, sodass man schon sehr genau hinhören musste. Die Vermutung lag nahe, dass der Fehler in der Signalverstärkung liegt, also konzentrierten wir die Suche auf jenen Teil der Schaltung. Tatsächlich fanden wir dort einige Elektrolytkondensatoren mit verdächtig hohem ESR-Wert und ersetzten diese. Damit war das Problem aber leider noch nicht behoben. Wir kontrollierten daraufhin die Speisespannungen und maßen mit unserem Oszi den Signalweg nach. Dabei fiel auf, dass am Verstärker wohl gar kein Eingangssignal von der Frontplatine ankam. Hier werden wir beim nächsten Mal weitersuchen. Eventuell findet sich bis dahin auch ein Schaltplan zum Gerät.

An einem JBL „Flip 3“ Bluetooth-Lautsprecher war die defekte Micro-USB-Ladebuchse zu tauschen. Da der Besitzer bereits ein passendes Ersatzteil mitgebracht hatte, eigentlich keine große Herausforderung. Trotzdem bedurfte es beim Löten bzw. Entlöten des filigranen Steckverbinders reichlich Geschick, einer ruhigen Hand und guter Augen. Die Mühe wurde am Ende jedoch belohnt und der Lautsprecher wieder aufgeladen.

Unsere nächste Besucherin beklagte, dass ihr HP „Pavillion G“ Notebook sehr langsam sei und bat daher um fachmännische Hilfe. Wir testeten verschiedene Einstellungen des Betriebssystems und optimierten diese, sodass der Rechner nun spürbar schneller startet und wieder vernünftig benutzbar ist.

Mit seiner Kurbeltaschenlampe „Ljusa M1001“ von IKEA und zwei weiteren Gegenständen erschien ein anderer Gast. Bei der Lampe vermuteten wir einen defekten Pufferakku, da sie keine Energie speicherte und lediglich beim Drehen des Dynamos leuchtete. Letztlich war aber nur ein Kontakt des eingebauten Goldcaps von der Platine gerissen und musste nachgelötet werden.

Die solarbetriebene „SwissPost“ Wetterstation, die er außerdem noch dabei hatte, kannten wir bereits vom einem früheren Termin. Das geschilderte Problem, dass die Pufferbatterie nicht vom Solarmodul geladen wird, konnte allerdings nicht reproduziert werden. Wir entluden die Batterie testweise und maßen anschließend die Spannung im Ladebetrieb. Hierbei schien uns alles in Ordnung zu sein - die Station sollte eigentlich funktionieren.

Als Drittes sahen wir uns noch gemeinsam seine Sony „MHC 771“ Stereoanlage an. An dieser hatten wir ebenfalls im Mai vergangenen Jahres schon einmal einen anderen Defekt beheben können. Nun aber streikte der CD-Player und las keine Silberlinge mehr. Versuche, an die Laseroptik zu gelangen und diese zu reinigen, mussten wir aus Zeitgründen leider abbrechen, da diese ziemlich schwer zugänglich war.

Der Plattenteller eines Sony „PS-LX250H“ Plattenspielers drehte sich nicht mehr. Die Fehlersuche ergab einen defekten Motortreiber. Auch in diesem Fall geht es weiter, sobald Ersatz besorgt wurde.

In kaum einer Minute geklärt hatte sich das Problem eines Brother „HL2035“ Laserdruckers, an dem die rote Fehler-LED leuchtete und mit dem kein Druck mehr möglich war. Nachdem wir die rückseitige Wartungsklappe geöffnet hatten, offenbarte sich uns auch gleich die Ursache: Papierstau - ein Blatt war zwischen den Walzen stecken geblieben und musste nur entfernt werden, damit alles wieder lief.

Derweil beehrte uns eine Radlerin mit ihrem Gefährt. Normalerweise gibt es für Fahrräder eigens Selbsthilfewerkstätten wie z.B. den Radskeller, Radschlag oder das Rostige Ross, die sich direkt auf Fahrradreparaturen spezialisiert haben und auch über entsprechendes Werkzeug verfügen. In diesem Fall handelte es sich aber nur um eine kaputten Frontstrahler, an dem die Kontakte korrodiert und die Kabelzuführungen beschädigt waren und der deshalb nicht mehr ging. Die Kontakte wurden gereinigt, am Kabel eine Flachsteckhülse angecrimpt und schließlich alles wieder ordentlich am Rad fixiert. Jetzt kann sie wieder sicher und beleuchtet unterwegs sein.

Ein Beutelstaubsauger der KHG GmbH zeigte nur minimale Saugleistung und ließ auch keine andere Einstellung zu. Nach längerer Suche fand sich eine Unterbrechung in einer Leiterbahn, die mit einem Stück Draht gebrückt werden konnte.

Im Falle einer kaputten Tefal Heißluftfritteuse, die vor zwei Tagen schon einmal im Rosenwerk untersucht wurde, konnten wir heute leider nicht viel ausrichten. Bei einer visuellen Begutachtung ließ sich kein offensichtlicher Fehler finden. Die eingehendere Untersuchung der Verdrahtung und Elektronik musste aus Zeitgründen auf das kommende Mal verschoben werden, wenn der Gast wiederkommt.

Bevor eine Rommelsbacher „EKM 200“ Kaffeemühle erneut ihren Dienst aufnehme konnte, musste das Gehäuseinnere erst einmal von allerlei Kaffeepulverresten befreit werden. Insbesondere die Sicherheitsschalter waren vom Schutz und Staub regelrecht zugesetzt - so sehr, dass kein Kontakt mehr zustande kam und damit der Betrieb unterbunden wurde. Nach einer Reinigung ging sie schließlich wieder.

Offenbar ein Problem im Empfangskreis sorgte dafür, dass bei einem Panasonic „GX700“ Weltempfänger keine saubere Kanaltrennung möglich war. Der Besitzer besorgt hierfür einen Wechselsatz Keramik- und Elektrolytkondensatoren und kommt dann für den Austausch wieder.

Ein simpler Wackelkontakt war wohl der Grund, weshalb ein LED-Scheinwerfer von Unitec nicht leuchtete. Wir nahmen ihn auseinander, prüften alle Verbindungen und erneuerten einen Kabelschuh. Nun bringt er seinem Besitzer wieder verlässlich Licht ins Dunkle.

Die Abdeckung der Typenhebelmechanik einer „Optima“ Schreibmaschine war äußerst schwergängig und rastete nur noch ein, wenn man sie mit viel Kraft herunterdrückte. Zusammen mit der Besitzerin kontrollierten und analysierten wir den Schließmechanismus. Die genaue Ursache fanden wir zwar nicht, aber es gelang, das mechanische Spiel mithilfe zweier Unterlegscheiben soweit zu vergrößern, dass sich das Teil nun wieder leicht verschließen lässt.

Im Fußpedal einer Naumann Nähmaschine war der Entstörkondensator aufgebläht. Wir löteten ihn aus, ermittelten den Typ und recherchierten nach einem geeigneten Ersatz. Die Besitzerin besorgt nun einen Neuen, den wir beim nächsten Mal gemeinsam einbauen.

Bilanz des Abends: rund 26.5 kg weniger Elektroschrott!

test79.251.177.212, 2019/02/20 14:55
Der Motortreiber für den Sony „PS-LX250H“ Plattenspieler steht beim nächsten Repaircafé zur Verfügung.
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  • Zuletzt geändert: 2019/03/11 06:59
  • von thomas