RepairCafé am 5. April 2018 in der Dürerstr.

Rekordverdächtige 23 Gegenstände fanden diesmal den Weg zum RepairCafé im Vereinshaus auf der Dürerstraße! Nachdem es wegen einer anderen Veranstaltung erst mit etwas Verspätung losgehen konnte und die ersten Gäste warten mussten, hatten wir den Rest des Abends dann durchgehend alle Hände voll zu tun.

Bei einem Samsung Flachbildfernseher dauerte das Umschalten vom Analog-Eingang auf HDTV zu lange. Der Besitzer hatte bereits recherchiert, dass es an einigen SMD- Elektrolytkondensatoren liegen könnte, weshalb wir diese gegen passende Ersatzelkos austauschten. Ohne geeignete Signalquelle vor Ort konnten wir allerdings nicht feststellen, ob die Reparatur auch von Erfolg gekrönt ist. Wir hoffen auf eine positive Rückmeldung nach dem Test zu Hause.

Die Pegelanzeige eines Yamaha „KX-E100“ Kassettenrekorders zeigte unerklärlicherweise eine unterschiedlich starke Aussteuerung des linken und rechten Audiokanals, obwohl keinerlei Unterschied hörbar war. Wir reinigten zunächst den Tonabnehmerkopf mit einem Wattestäbchen und etwas Isopropanol. Anschließend wollten wir mittels eines Testsignals prüfen, ob der Signalpfad oder doch die Anzeige defekt ist. Da dies nicht direkt vor Ort möglich war, berieten wir den Besitzer, wie er die Fehlersuche daheim mit einer Testkassette fortsetzen kann.

Unter gelegentlichen Segmentdefekten sollte die Flüssigkristallanzeige eines Idena „SR100“ Taschenrechners leiden. Beim Vorführen waren dann jedoch keine LCD-Aussetzer feststellbar. Aufgrund der Problembeschreibung vermuten wir einen verschmutzten oder gealterten Display-Leitgummi als Ursache und gaben ein paar Tipps, wie dieser daheim gereinigt werden kann.

Mit einem „Halle 5120“ Sternradio, dessen Ton zu leise war und welches beim Umschalten z.T. Knackgeräusche verursachte, erschien ein weiterer Gast. Dieses Gerät war mittlerweile einige Jahrzehnte alt und stammte aus einer Zeit, in der Radios noch als Möbel galten und selten über Transistoren verfügten. So waren auch hier verschiedene Verstärkerröhren verbaut, die wir bei der Suche nach dem Fehler im Verdacht hatten. Gleichrichtung und NF-Verstärkung waren in Ordnung, die Röhre im Eingangs- bzw. ZF-Kreis schien hingegen schadhaft zu sein. Sobald der Gast hierfür eine Neue besorgt, können wir diese wechseln und dann sollte das Radio wieder in gewohnter Lautstärke spielen.

Ein Winkelschleifer lief im Betrieb nur noch äußerst ruckelig und begleitet von Bürstenfeuer sowie unter starker Rauch- und Geruchsentwicklung. Ein zunächst vermuteter Getriebeschaden oder abgenutzte Kohlebürsten bestätigten sich nicht. Dagegen offenbarte eine Widerstandsmessung am Rotorpaket einige defekte Spulenwicklungen - ein irreparabler Schaden, mit denen der Motor leider nur noch dem Schrott zugeführt werden kann.

Neben dem Winkelschleifer hatte der Gast auch noch einen Pürierstab von AEG mitgebracht, der keine Regung zeigte. Einen Kabelbruch konnten wir schnell ausschließen. Auch die Elektronik und die Motor-Bürstenkohlen waren in Ordnung. Eine Messung am Kommutator des Elektromotors deutete - wie beim Kollegen zuvor - auf mehrere defekte Wicklungen; der Motor lief nur in manchen Rotorstellungen an und danach mit Bürstenfeuer weiter. Auch hier war keine Reparatur möglich.

Einem Toshiba Notebook, das sich nicht mehr einschalten ließ, konnten wir leider nicht mehr helfen. Wir fanden keinen Fehler und werden daher beim nächsten Mal die Daten des Besitzers von der Festplatte retten, bevor das Gerät entsorgt oder ausgeschlachtet wird.

Ein weiteres Notebook, diesmal von Acer, wurde wegen eines ähnlichen Problems vorgestellt. Daheim konnte die Besitzerin es angeblich nicht einschalten, vor Ort startete es jedoch problemlos. Wir führten daher nur einige Dinge zur Leistungsverbesserungen wie z.B. eine Festplattenbereinigung durch und berieten sie bei der Wahl eines anderen Antivirenprogramms, da die Lizenz des bisherigen abgelaufen war.

An einer Samsung ST66 Digitalkamera hatte sich der Auslöser in das Gehäuse gedrückt und ließ sich so nicht mehr betätigen. Der Kunststoffknopf konnte zwar wieder richtig eingesetzt werden, war aber schon recht abgenutzt. Damit er nicht gleich erneut im Kameragehäuse verschwindet, empfahlen wir der Besitzerin, den Auslöser vorsichtig zu betätigen.

Störende Betriebsgeräusche und nachlassende Saugleistung waren der Grund, weswegen ein Saugroboter zu uns gebracht wurde. Nach der Zerlegung befreiten wir ihn von größeren Staubflusen und reinigten ihn gründlich. Hinterher surrte er auf gewohnt leise Weise und saugte einige Runden über den Fußboden im Vereinshaus.

Mit gleich vier Dingen erschien unsere nächste Besucherin: das erste Gerät, ein „Stöckli dörrex“ Dörrautomat, kannten wir bereits vom November-Termin vergangenes Jahr im Rosenwerk. Dort hatten wir einen durchgebrannten Lüftermotor festgestellt, für den die Besitzerin nun einen passenden Ersatz beschaffen konnte. Nachdem dieser eingebaut war, lief der Dörrautomat wieder.

An einem Wasserkocher mit Temperaturregelung löste sich der Drehknopf ständig von seiner Achse. Mit der Zeit hatte sich die Klebeverbindung an dieser Stelle gelockert und bedurfte nun einer Erneuerung. Mit Zwei-Komponenten-Kleber befestigt, dürfte der Knopf nun sicherlich die nächsten Jahre problemlos halten.

Eine LCD-Uhr funktioniert nur sporadisch und litt scheinbar unter einem Wackelkontakt. Kabel und Lötstellen waren in Ordnung, aber im Batteriefach war in der Vergangenheit offenbar eine Batterie ausgelaufen und hatte die Kontakte in Mitleidenschaft gezogen. Eine Reinigung mit dem Glasfaserpinsel verschaffte hier Abhilfe. Hinterher traten keine Aussetzer mehr auf.

Bei einem „Roadstar“ Diskman bewegte sich der Spindelmotor nicht, der normalerweise die CDs dreht. Im ausgebauten Zustand und mit einer externen Spannungsquelle zeigte sich der Motor hingegen sehr agil, was auf einen Defekt in der Ansteuerelektronik hindeutete. Nach längerer Suche konnten wir den Fehler jedoch nicht näher eingrenzen geschweige denn beheben, sodass wohl ein neuer CD-Player gekauft werden muss.

Schnell erledigt hatte sich der Fall eines anderen Acer Notebooks, da das Scharnier am Display doch nicht defekt war, wie zunächst gedacht. Wir konnten jedenfalls keine Probleme daran feststellen. Da auch sonst alles funktionierte, gab es für uns nichts weiter zu tun. Wir gaben der Besitzerin beim Abschied noch einen Flyer mit unseren Terminen, falls am Rechner doch mal etwas kaputtgehen sollte.

Ebenso wenig konnten wir bei einem kaputten Haartrockner von Babiliss ausrichten. Dieser war offenbar nicht reparaturgerecht konstruiert, denn das Gehäuse ließ sich kaum zerstörungsfrei öffnen. Der Gast entschied sich daher, den Reparaturversuch abzubrechen.

Mehr Glück hatten wir dagegen mit einem Kärcher „WV50“ Fensterputzgerät, das nichts mehr tat. Wie sich herausstellte, hing die Antriebswelle des Elektromotors im Lager fest, sodass der Motor allein nicht in Gang kam. Wir lösten die Blockade, spendierten dem Lager ein Tröpfchen Öl und der Motor bewegte sich wieder.

Das Objektiv einer Nikon „Coolpix S520“ Digitalkamera wollte beim Einschalten nicht mehr herausfahren. Da es im ausgefahrenen Zustand - vermutlich bei einem Sturz - beschädigt wurde, waren Teile davon so arg verbeult, dass die Mechanik blockierte und man beim Ein- und Ausfahren immer etwas nachhelfen musste. Dieser Schaden war mit vertretbarem Aufwand leider nicht zu reparieren.

Eine permanent schwankende Senderstärke trübte den Hörgenuss bei einem „TU460“ Tuner von Denon. Versuche, dem Problem durch Nachlöten einiger verdächtiger Lötstellen beizukommen, blieben ohne Erfolg. Auch waren in der Schaltung keine Elkos mit auffälligem ESR-Wert zu entdecken, die dafür hätten verantwortlich sein können. Ohne Schaltplan gestaltete sich die Fehlersuche dann doch etwas schwierig, weshalb der Besitzer versuchen will, die Schaltungsunterlagen oder ein Service-Handbuch zum Gerät aufzutreiben. Damit werden wir dann beim nächsten Mal die Reparatur fortsetzen.

Weniger Mühe bereitete da ein Teak CD-Player, der aufgrund seines Alters gewissermaßen an Sehschwäche litt und die eingelegten Silberlinge nicht erkannte. Hier war lediglich die Laseroptik verschmutzt - ein häufiges Problem vieler CD-Laufwerke, dem durch Ausblasen von Staub und Schmutz mittels Druckluft und vorsichtiges Reinigen der Optik mit einem Wattestäbchen und Isopropanol in den meisten Fällen beizukommen ist. So auch hier; mit zurückerlangter Sehkraft las der Player die mitgebrachten Scheiben wieder problemlos.

Mit einem Radiokassettenrecorder von Panasonic konnte man keine Musikkassetten mehr hören, da der Antriebsriemen im Laufwerk heruntergesprungen war und nichts lief. Ebenso war eine Feder in der Mechanik ausgehakt, die den Tonabnehmerkopf zum Magnetband zustellt. Die zuletzt gehörte Kassette ließ sich somit nicht herausnehmen. Wir befreiten sie wieder und richteten anschließend die Federmechanik sowie den Riemen.

Repariert wurde diesmal nicht nur im Vereinshaus, sondern auch davor: ein Besucher kam mit seinem Anhänger vorbei, auf dem er einen Betonmischer transportierte. Diesen hatte er nach einem Verleih kaputt zurückbekommen und fragte, ob da eventuell noch was zu machen wäre. Die Anschlussdrähte im Klemmenkasten schauten uns einzeln an, und so maßen wir zunächst die Motorwicklungen und den Anlaufkondensator durch. Da beide in Ordnung waren, schlossen wir alles gemäß Schaltplan im Klemmkasten an und führten einen ersten Test durch. Der Motor bewegt sich jedoch nicht, sondern brummte nur. Nachdem wir den Keilriemen zur Trommel entfernt hatten, lief er dann aber doch; offenbar lag hier eine Blockade vor, der der Besitzer nun zu Hause weiter auf den Grund gehen will. Vielleicht sehen wir uns also beim nächsten Mal wieder.

Zu guter Letzt kümmerten wir uns noch um den „Ideal 2404“ Aktenvernichter vom Vereinshaus. Dieser weigerte sich, die zugeführten Dokumente zu schreddern, und ließ stattdessen nur seine Fehlerfall-Warnlampe aufleuchten. Sämtliche mechanischen Schalter sowie die Lichtschranke an der Papierzufuhr funktionierten. Am Ende stellte sich heraus, dass das Vorhandensein des zugehörigen Papierkorbs über einen Reedschalter detektiert wird. Da dieser aber fehlte, signalisierte der Schredder über die Warnleuchte „Papierkorb offen“, und versagte aus Sicherheitsgründen seinen Dienst. Wir überprüften dies mit einem Magneten und wiesen den Besitzer darauf hin, dass das Gerät nur mit eingesetztem Papierkorb funktioniert.

Zusammen mit dem schweren Aktenvernichter konnten wir heute somit gut 32 Kilogramm Abfall vermeiden.

Bedanken möchten wir uns noch für die gespendeten Leckereien. Das mitgebrachte Cranberry-Osterbrot und die Schachtel Pralinen haben nicht nur uns sehr gut geschmeckt.

- Thomas, Hendrik und Michael

test84.19.193.194, 2018/05/13 16:52
Lieber Michael,
die Einrichtung "RepairCafe`", Dürerstr. ist eine fantastische Sache. Ich war mit meinem Fotoapparat zur Sprechzeit da und mir wurde geholfen. Die Stimmung ist sehr entspannt und trotzdem fühlte ich, dass alle Mitarbeiter viel Ahnung von ihrem Handwerk haben. Sie erklären alles genau und man fühlt sich aufgehoben und gut beraten. Ich kann für die Hilfe DANKE sagen hoffe, diese Einrichtung bleibt lange bestehen, denn ihr arbeitet alle ehrenamtlich.
Bleibt alle gesund, ich brauche bestimmt bald wieder EURE Hilfe.
Liebe Grüße Inge schumann
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  • Zuletzt geändert: 2018/05/13 21:44
  • von erik