RepairCafé am 7. März 2019 in der Dürerstr.

Das RepairCafé im Vereinshaus auf der Dürerstraße erfreut sich immer sehr großer Beliebtheit. Schon vor dem offiziellen Beginn erschienen die ersten Gäste, mussten sich aber gedulden, bis wir alles aufgebaut hatten und es losgehen konnte. Um insgesamt 15 Gegenstände kümmerten sich unsere Helfer diesmal, darunter gleich vier elektronische Schreibmaschinen! Gut, dass heute wieder zwei interessierte Besucher da waren, die sich nach Möglichkeiten der Mitwirkung erkundigten und auch schon ein bisschen mithalfen. Über eine regelmäßige Mitarbeit würden wir uns sehr freuen.

Ein Ehepaar brachte schon kurz nach dem Start drei „Gabriele PFS“ von Triumph-Adler mit jeweils unterschiedlichen Problemen. Bei einer waren lediglich einige Tasten der Tastatur verklemmt, was am Staub und Schmutz der Jahrzehnte lag, die diese Schreibmaschine auf dem Buckel hatte. Nach einer Reinigung ließen sich die Tasten wieder leichtgängig bedienen. Eine andere war bei einem Sturz beschädigt, sodass der Wagen ständig über die Endposition hinausfuhr. Hier half die Demontage des Gehäuses, ein kurzer Test und der erneute Zusammenbau wahre Wunder. Offenbar war durch den Sturz eines der Gehäuseteile nicht richtig eingerastet und sorgte für die Fehlfunktion. Im Falle der Dritten lag ein Defekt der Display-Hinterleuchtung vor. Die Kaltlichtlampe (CCFL) zündete nicht mehr zuverlässig, obwohl sie vom Inverter korrekt mit Spannung versorgt wurde. Sie ist wohl am Ende ihrer Lebensdauer angelangt und muss getauscht werden. Die Besitzer wollen sie als Ersatzteilspender für die übrigen Maschinen aufheben.

Bei einem höhenverstellbaren Drehstuhl war dem Besitzer der Hebel zur Höhenverstellung abgebrochen, weshalb diese nicht mehr funktionierte. Außerdem klapperte irgendetwas im Gehäuse umher. Es stellte sich heraus, dass ein Kunststoffteil im Inneren irreparabel gebrochen war. Zum einen war das Gehäuse nicht zerstörungsfrei zu öffnen und die Stelle schwer zugänglich, zum anderen hätte das Teil wegen der starken Belastung wohl auch nicht zuverlässig mit Zweikomponentenklebstoff repariert werden können. Damit bleibt bloß die Entsorgung.

Eine Dame kam mit ihrer Fabas Luce „2033-10“ Stehlampe, bei der nur noch der 230V-Lampenteil funktionierte. Die dimmbare Stiftsockellampe hingegen blieb dunkel. Wir prüften zunächst alle zugehörigen Kabelverbindungen auf Durchgang und untersuchten auch die Kontakte im Lampensockel, doch da war alles in Ordnung. Damit konnte es eigentlich nur noch an der Dimmer-Elektronik liegen, die wir dann aber nicht näher unter die Lupe nahmen, weil die Besitzerin nicht länger bleiben konnte. Beim nächsten Mal soll es hier jedoch weitergehen.

Ohne viel Aufhebens konnten wir einem Ziphona "PA2030" DDR-Plattenspieler aus dem VEB Phonotechnik Pirna/Zittau helfen, der sich nicht mehr einschalten ließ. Unser Experte für solche Geräte kannte das Fehlerbild bereits von früheren Reparaturen und stellte schnell eine durchgebrannte Motorsicherung fest. Als diese ausgewechselt war, lief und dudelte die Stereoschallplattenwiedergabeanlage wieder wie gewohnt. Die überglückliche Besitzerin bedankte sich bei unserem Reparaturhelfer, der sich gleichsam über die gelungene Reparatur freute.

Die Pufferbatterie innerhalb eines TEAC „T-H300 mk III“ Stereo-Tuners war am Ende ihres Lebens angelangt und offenbar auch ausgelaufen. Zum Glück war dadurch kein größerer Schaden entstanden und die Platine nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Besitzer hatte sich bereits um eine passende Ersatzbatterie gekümmert und benötigte lediglich etwas Hilfe beim Auslöten der alten und Einlöten der neuen Zelle. Nach kurzer Unterweisung in die Bedienung der Lötstation hat er die Reparatur dann selbstständig durchgeführt - sehr gut!

Startschwierigkeiten zeigte ein Acer „TravelMate 290 Series (CL51)“ Notebook, was, wie sich herausstellte, wohl an einem Festplattenschaden lag. Die Probleme bei Zugriff auf die HDD konnten heute aus Mangel an Diagnosetools (Linux Live-CD) und, da unser Helfer mit dem passenden Festplattenadapter diesmal nicht zugegen war, leider nicht eingehender untersucht werden. Wir baten den Gast daher, für eine weitere Überprüfung und Datenrettung beim nächsten Termin mit einer neuen Festplatte wiederzukommen.

Der Wagen einer elektronischen „KX-R196“ Schreibmaschine von Panasonic begann, sehr zum Leidwesen der Besitzerin, eine neue Zeile immer schon in der Mitte des Blattes, sodass sie nicht die gesamte Breite zum Schreiben nutzen konnte. Mithilfe der mitgebrachten Bedienungsanleitung löschten wir die bestehende Randeinstellung über eine Tastenkombination und zeigten dem Gast, wie sie dies, sollte es nochmal auftreten, in Zukunft selbst beheben kann.

Die Reparatur des Top Clean „Executive Basis“ Dampfreinigers, bei dem wir vor vier Wochen eine verklemmte Bürstenkohle im Motor wieder gangbar gemacht hatten, konnte heute erfolgreich zu Ende gebracht werden. Nach der abschließenden Montage bestätigte ein kurzer Test die wiedererlangte Funktion des Gerätes. Unser Gast freute sich, dass das gute Stück einer Bekannten vor dem Schrott bewahrt werden konnte.

Einer unserer Stammgäste erschien diesmal mit dem Basta „X-Ray Steady“ Standlicht vom Fahrrad seines Sohnes. Dieses ging nicht mehr von alleine aus, sondern leuchtete immerzu, bis die Akkus schließlich leer sind. Auf der kleinen Platine mit ihren wenigen Bauteilen konnten wir keinen Fehler entdecken. Nachdem wir dann aber alle Lötstellen noch einmal nachgelötet hatten, funktionierte die Lampe wieder einwandfrei. Wahrscheinlich war es also eine kalte Lötstelle.

Ebenso hatte er noch die alte „HP-S5“ Steuerplatine seines Wodtke „S5“ Pelletofens dabei, da sie irgendwann mit einer Fehlermeldung ihre Funktion einstellte. Augenscheinlich sah die Baugruppe gut aus; keine verdächtig aussehenden Lötstellen, die paar Elektrolytkondensatoren darauf schienen hinsichtlich ihres ESR-Wertes ok und auch die zahlreichen Relais wurden nach unseren Widerstandsmessungen für in Ordnung befunden. Aus der Anleitung erfuhren wir dann, dass ein defekter Referenzsensor oder die fehlerhafte Kommunikation mit dem EEPROM die Ursache hierfür sein könnten. Bis zum nächsten Mal erhoffen wir uns durch eine Recherche nach weiteren Serviceunterlagen oder einem Diagnosetool mehr Erkenntnis.

Ein weiterer Gast, der sich bereits per Mail angekündigt hatte, kam mit einer Bosch „AHS 70-34“ Heckenschere, die im Betrieb plötzlich ihren Dienst versagt hatte. Nach längerer Fehlersuche fanden wir schließlich einen abgebrochenen Anschlussdraht an einem Kondensator auf der Platine im Inneren. Es gelang uns, diesen Schaden durch Anlöten eines Drahtstückes und Fixieren mit Heißkleber provisorisch zu beheben. Wie sich zeigte, ging die Heckenschere danach wieder. Falls unsere „Bastellösung“ nicht halten sollte, besorgt der Gast einen passenden Ersatz und kommt wieder.

Ein „HO 6000“ Mini-Backofen von Solac wollte nur hin und wieder seiner Aufgabe nachkommen; manchmal streikte er jedoch völlig. Anhand des Fehlerbildes vermuteten wir einen Wackelkontakt und fanden dann auch einen Kabelbruch in der Zuleitung direkt am Stecker. Glücklicherweise haben wir für solche Fälle immer ein paar Ersatzleitungen dabei, sodass das Netzkabel schnell gegen ein neues ausgetauscht werden konnte.

Innerhalb einer „Grip Shift MRX“ Fahrrad-Gangschaltung war eine Metallblattfeder aus ihrer Halterung gerutscht, da im Griffstück eine Kunststoffnase abgebrochen war. Das Kunststoffteil wurde mit Epoxy wieder eingeklebt und hält die Feder nun zuverlässig in Position. Mit dem Besitzer haben wir außerdem noch den verklemmten Ständer am Fahrrad gesäubert und neu geölt. Wir wünschen allzeit gute Fahrt!

Heute konnten wir zehn Gegenstände, darunter viele „Schwergewichte“, vor dem Wegwerfen bewahren und damit insgesamt ganze 52.5 kg Schrott vermeiden.

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  • Zuletzt geändert: 2019/04/27 12:04
  • von thomas